Gebrauchte Reifen kaufen

Hier die Herausforderung, die Schnäppchen von den Angeboten mit versteckten Mängeln zu unterscheiden. Denn gebrauchte Reifen haben keinen Qualitätsstandard, wie dies bei Neureifen der Fall ist. Du musst daher sorgfältig prüfen, ob es sich lohnt, diesen Satz Reifen zu kaufen.

Zu aller erst solltest du das Reifenalter bestimmen. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, wie lange ein Reifen gefahren werden darf. Jedoch halten Autoreifen nicht ewig, da sich das Material verhärtet und somit die Haftung des Autoreifens verringert wird. Der ADAC empfiehlt hier ein Wechselintervall von 6 Jahren. Das Reifenalter bestimmst du anhand der sogenannten DOT-Nummer. Diese 4-stellige Nummer findest du an der Seite des Reifens. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen die Woche und die letzten beiden das Jahr der Herstellung. Ein Reifen mit der DOT 1217 wurde also in der 12. Woche des Jahres 2017 hergestellt.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Auswahl des passenden gebrauchten Reifens ist natürlich auch die Profiltiefe der Reifen. Diese sollte bei Autoreifen für den Winter 4mm und bei Sommerreifen 3mm nicht unterschreiten. Beachte dabei auch unbedingt, dass die Reifen mitunter ungleichmäßig abgefahren wurden. Die Messungen müssen daher auch an unterschiedlichen Stellen vorgenommen werden. Dabei zählt der kleinste Wert aller Messungen. Geringfügige Ungleichheiten sind dabei unbedenklich und gleichen sich bei ausreichendem Luftdruck meist von selbst aus.

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Kauf gebrauchter Autoreifen ist die vorschriftsmäßige Lagerung der Reifen. Diese ist bei einem Kauf natürlich immer schwer zu überprüfen, spielt aber eine wichtige Rolle für die Qualität der Reifen. Du kannst beispielsweise beim Händler anfragen, wie die Reifen gelagert wurden. Denn diese sollten kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Weiterhin sollte der Kontakt zu Öl oder Benzin tunlichst vermieden werden. Die Räder sollten darüber hinaus gestapelt oder einzeln aufgehängt werden. Räder ohne Felgen sollten aufrecht stehen und alle paar Wochen um ein Viertel gedreht werden, um die Belastung gleichmäßig zu halten. Bei falscher Lagerung der Reifen kann eine Unwucht entstehen. Eine Unwucht zu beheben, kann mitunter so kostspielig werden, dass ein Satz neuer Reifen günstiger gewesen wäre.

Du solltest auch immer auf den Allgemeinzustand der Reifen achten. Prüfe die Reifen auf Verfärbungen, Abnutzungen, Schnitte und Kerben. Prüfe auch den Zustand der Felgen. Wenn diese Rost oder Beschädigungen aufweisen, ist dies oft ein Hinweis auf Zusammenstöße mit dem Bordstein oder Schlaglöcher, die auch das Reifeninnere in Mitleidenschaft ziehen können.

Abschließend lässt sich sagen, dass Gebrauchtreifen oft ein günstiges Schnäppchen sein können. In der Praxis lässt sich die Reifenqualität oft nur schwer oder gar nicht beurteilen. Zieh entweder einen Fachmann zurate oder verzichte im Zweifelsfall auf den Risikokauf und erwerbe gleich einen Satz Neureifen.